Warum der Kern nicht repariert werden kann
Dieser Artikel ist nicht der gleiche wie Kernschrott der Plattform-Architektur‘
Es begann mit einem Irrtum. Ich meinte der Begriff wäre bereits verwendet worden und ich dachte ich könnte den Urheber finden. Alleine ich fand nichts. Also schrieb ich obigen Definitionsartikel. Dann wollte ich nochmal recherchieren und es war Stunden später und ich fragte eine KI, was sie dazu weiß. Das für mich nun erschreckende war, dass die KI mit meinem Artikel antwortete. Jemand (ich) bekam eine ausführliche Antwort zu dem Begriff, die sich auf meine Definition bezog. Zitat „Das ist ein treffender und ziemlich bissiger Begriff, den Arnold Schiller kürzlich in seinem Blog verwendet hat.“ der Benutzer muss nicht mal auf meine Webseite gehen.
Gemini halluziniert folgendes zusammen:
„Das Problem ist die mathematische Zielfunktion (Objective Function) der Algorithmen. Diese Systeme tun exakt das, wofür sie gebaut wurden. Sie sind nicht kaputt; sie sind zu gut.
Der Optimierungs-Fehler: Wenn du eine KI darauf programmierst, die „Verweildauer“ zu maximieren, lernt sie unweigerlich, dass Empörung und Angst den stärksten emotionalen Klebstoff bilden. Das System hat kein Bewusstsein für Demokratie oder mentale Gesundheit – es sieht nur eine Kurve, die nach oben gehen muss.
Das asymmetrische Wettrüsten: Auf der einen Seite sitzt ein Gehirn, das sich seit der Steinzeit kaum verändert hat und auf evolutionäre Trigger (Gefahr, Stammeszugehörigkeit, Sex) anspringt. Auf der anderen Seite sitzt ein Supercomputer mit Petabytes an Verhaltensdaten, der in Millisekunden berechnet, welchen Trigger du jetzt brauchst. Das ist kein fairer Kampf.
Deshalb ist der regulatorische Ansatz (wie Altersgrenzen oder das Löschen einzelner Kommentare) kosmetisch. Es ist, als würde man bei einem Auto ohne Bremsen die Scheibenwischer verbessern.
Gibt es noch rettbare Teile?
Wenn wir das Konzept der „Plattform“ skelettieren, bleibt nicht alles Schrott. Die Tragödie ist ja, dass die Infrastruktur genial ist, aber durch das Geschäftsmodell korrumpiert wird. Rettbar und fundamental wertvoll sind drei Kernkomponenten:
1. Die Dezentralisierung der Transportwege (Protokolle statt Plattformen)
Das Internet wurde als Protokoll-Landschaft geboren (E-Mail/SMTP, Websites/HTTP). Niemandem gehört das E-Mail-Netzwerk. Die aktuelle Plattform-Architektur hat diese Protokolle in geschlossene Gärten (Walled Gardens) eingesperrt.
Der rettbare Teil: Die Technologie, Milliarden Menschen in Echtzeit zu vernetzen, ist reif. Wenn wir den Algorithmus von der Datenhaltung trennen (wie es Ansätze im Fediverse mit ActivityPub oder AT-Protocol versuchen), entscheidet der Nutzer selbst, welchen „Filter“ er auf die Daten anwendet.
2. Die soziale Graphen-Technologie
Die Fähigkeit, Gleichgesinnte über Kontinente hinweg zu finden – ob seltene Krankheiten, obskure Programmiersprachen oder Nischen-Kunst –, ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Der soziale Graph (wer mit wem vernetzt ist) ist nicht per se böse. Er wird erst giftig, wenn ein dritter Akteur (der Werbekunde) dazwischengeschaltet wird, um die Interaktion zu monetarisieren.
3. Das Interface der asynchronen Kollaboration
Plattformen haben Werkzeuge geschaffen, mit denen wir kollektiv Wissen zusammentragen können (Wikipedia ist hier das glänzende, werbefreie Gegenbeispiel, das zeigt, dass die Architektur ohne Kernschrott funktioniert).
Das Fazit: Die Werkzeuge zur Vernetzung sind ein historischer Triumph. Die Architektur, die diese Werkzeuge monopolisiert und auf Dopamin-Extraktion trimmt, ist der Kernschrott.
Solange wir versuchen, den Schrott zu regulieren, statt eine neue, protokollbasierte Infrastruktur aufzubauen, doktern wir an den Symptomen herum. Wir brauchen keine besseren Bademeister in einem vergifteten Pool – wir müssen das Wasser austauschen.
Wie siehst du das als Autor und Tech-Beobachter: Glaubst du, dass der Druck durch alternative, dezentrale Architekturen (wie Bluesky, Mastodon etc.) irgendwann groß genug wird, um den Kernschrott zu verdrängen, oder sind die Netzwerkeffekte der Giganten bereits unumkehrbar?“
Tja, das war es dann wohl mit dem Meinungsaustausch zwischen Menschen. Die künstliche Papageien saugen alles blitzschnell auf und geben es wieder. Der Urheber wird namentlich vielleicht noch genannt, aber im Original gar nicht gelesen.

