Zurück zum Content

Die Philosophie

Schon vor Herodot wollten wir wissen. Leider ist nur wenig überliefert und damit beginnt der Begriff erst zu Herodots Zeiten langsam an Gestalt anzunehmen. Auf jeden Fall bewegen wir uns damit aus den Mythen heraus. Die Herrschaft der Götter und ihrer Stellvertreter und Hohepriester wie Pharonen wird gebrochen. Mit den Königen in Europa sind die Herrscher nur noch gottgewollt um dann von der Philosophie in der Aufklärung vom Thron gestossen zu werden. Je verbreiteter das Wissen wurde, desto machtloser wurden die Mächtigen. Tradidiertes offenes Wissen für jedermann stellt tatsächlich eine Gefahr für die Mächtigen dieser Welt dar. Um so mehr wird das Copyright verteidigt und auf die Urheberschaft wert gelegt. Wenn das Wissen zu Lebzeiten von einem jeden verwendet werden könnte, dann ist ja der Vorsprung dahin. Doch mit Popper und Wittgenstein ist das Heilsversprechen gefallen, dass man Wahrheit erreichen könne. Der Eine folgt Weismann, dass sich eine wissenschaftliche Hypothese zwar niemals erweisen, wohl aber, wenn sie falsch ist, widerlegen lässt, der Andere frägt sich zu Recht, was es denn bedeute, wenn wir Schwan sagen und implizieren, dass er weiß ist. Grob gesagt können diese Buchstaben einfach auch ein Zufallsprodukt von Schimpansen sein und nur zufällig wahr und das auch nur solange bis jemand das Gegenteil bewiesen hat. Der Wähler will aber von der Regierung die Wahrheit haben und er will die Führung wie durch den Hohepriester in der Vorantike. Sich selber in den Alltagsmühen um Erkenntnis zu kämpfen ist für manchen zu anstrengend. Die Volksparteien können also mit den Gewissheiten, die sie verbreiten, auf Stimmenfang gehen, selbst wenn die Verbreiter der Nachricht selbst gebildet genug sind, zu wissen, dass sie es nicht besser wissen. Mit der Wahrheit, dass wir es letztlich nicht wissen, lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Die Tendenz auch bei sozialen Problemen zu naturwissenschaftlichen Methoden zu greifen, ist da nur logisch, denn die außermenschlichen Gegenstände suggerieren eine Gewissheit. Es ist aber dieselbe Scharlatanerie die schon die vorantiken Hohepriester drauf hatten, wenn sie eine Sonnenfinsternis vorhersagen konnten. Das Niveau mag sich etwas gehoben haben, aber letztlich wird sich hinter scheinbare Gewissheiten und angebliches Wissen versteckt. Die Philosophie ist, dass es ja angeblich zu komplex ist, dass der gemeine Wähler das nicht verstehen kann. Peter Sloterdijk plädiert dann für eine Elitenzüchtung, da der Humanismus gescheitert ist. Die Elite findet das natürlich toll und so darf er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk rumturnen. Ein anderer philosophischer Rumturner in der deutschen Medienlandschaft Richard David Precht wird vorgeworfen, er würde Halbbildung fördern. Was aber die meisten übersehen, es gibt gar keine Vollgebildeten mehr. Die letzten Universalgelehrten sind über hundertfünfzig Jahre tot. Es bleibt nur die gemeinsame Zusammenarbeit und die Teilung des jeweiligen Wissens. Wir wissen zwar das jeder irrt, aber wir wissen nicht, was wir schaffen könnten, wenn wir wirklich alle gemeinsam an einer Sache nämlich unserer aller Sache arbeiten würden. Der Krieg und die Macht waren uns von jeher immer wichtiger als die Gemeinsamkeit aller Menschen. Hierbei ist es gerade für die Intellektuellen schwer einzusehen, dass ein Wachkomapatient dieselben Mitspracherechte haben soll wie ein Bundeskanzler. Eine Elite meint mit ihrem besseren Vermögen die Herrschaft begründen zu können, jedoch haben schon immer Eliten uns in das Verderben geführt. Weder Putin noch Poroschenko sterben in der Ukraine.

Anfang